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  • Plastikfasten

    14.12.2019 | 16:00 | alle tage | kommentieren

    Ich freue mich über alle, die nach unserem Vortrag ‚Plastikfrei leben – geht das?‘ auf meiner Seite gelandet sind. Herzlich Willkommen!

    Das Handout mit allen vorgestellten Rezepten und hilfreichen Links findest Du hier.

    Alle nachhaltigen Themen findet man in der Kategorie welt retten. Wenn Du speziell nach Inhalten zum Plastikverzicht suchst, gib in das Suchfeld oben links (hinter der Lupe) ‚Plastik‘ ein oder folge diesem Link. Schon erscheinen alle Artikel mit diesem Begriff.

    Reichhaltige Informationen zum Thema Plastik bietet auch der von BUND und der Heinrich-Böll-Stiftung herausgegebene Plastikatlas 2019.

    Viele Infos zum Thema Ökostrom gibt es auf dieser Seite, wenn Du im Suchfeld ‚Ökostrom‘ eingibst oder diesem Link folgst.

  • Ohne Mülltüten überleben #Plastikfasten

    16.01.2019 | 11:25 | welt retten | kommentieren

    Ist es nicht irrsinnig, Plastiktüten zu kaufen, nur um darin Müll zu sammeln? Habt ihr darüber schonmal nachgedacht? Da wird Öl gefördert, transportiert und weiterverarbeitet, um robuste und haltbare Folie daraus zu blasen, die dann zu Tüten verschweißt, aufgewickelt und mit einer plastikbeschichteten Papierbanderole versehen wird, nur damit wir darin MÜLL sammeln. Hört sich bescheuert an. Und das ist es auch. Wenn man mal so darüber nachdenkt.

    Fast alles, was wir als ‚convenience‘-Produkte kaufen, ist nur für unseren begrenzten Blickwinkel bequem. Herstellung und Entsorgung dieser Einwegprodukte ist im Gegenteil sehr aufwändig. Nur weil wir zu faul sind, den Mülleimer auszuwischen. (Und dabei muss man das trotz Tüte regelmäßig machen. Der Nutzen ist also wirklich nur sehr begrenzt.)

    Wir verzichten bewusst zum Beispiel auf Backpapier, Alufolie und Frischhaltefolie. Alufolie braucht kein Mensch. (Oder fällt jemandem ein Anwendungsfall ein, bei dem Alufolie nicht leicht durch anderes ersetzt werden könnte?) Die Gewinnung von Aluminiumerz ist des Teufels, sie verschmutzt die Umwelt und die Produktion von Aluminium ist sehr energieaufwändig. Außerdem geht man davon aus, dass Aluminium im Körper nicht gesundheitsförderlich ist, daher will ich es nicht in der Nähe unserer Lebensmittel wissen. Frischhaltefolie braucht auch kein Mensch. Plastik an Lebensmitteln will ich aus bekannten Gründen auch nicht. Und Backpapier? Braucht auch kein Mensch. Wir backen alles auf unseren Backblechen ohne Backpapier. Das klappt hervorragend. Von Plätzchen über Gemüse zu Fleisch. Alles kein Problem. Im Zweifelsfall fette ich das Blech vorher kurz ein, aber meist mache ich mir nicht die Mühe. Nach Gebrauch werden die Bleche kurz abgespült und alles ist wieder einsatzbereit.

    Wir könnten nun auch komplett auf Mülltüten verzichten. Man müsste eben nur die Mülltonnen nach jedem Leeren auswischen. Aber ich habe noch eine (bequeme) Zwischenlösung.

    Solange nämlich genügend anderweitige Folientüten in unserem Haus anfallen, benutze ich einfach diese. Da sind Folientüten von Onlinebestellungen. Kleidungsstücke werden gern einzeln in Tüten verschickt. Manche Versender packen Kartons in Tüten. Diese Versandtüten sind besonders dick und langlebig. Toilettenpapier kommt leider immer in Tüten daher – wenn man nicht gerade einen Unverpacktladen vor der Tür hat. (Ich hoffe doch sehr, dass ihr ausschließlich Altpapier mit blauem Engel kauft. Über den Irrsinn von Frischfaserpapier für den Hintern habe ich – glaube ich – schonmal geschrieben.)

    Jedenfalls: Es gibt auch bei uns leider immer noch genügend Tüten. Die sammle ich in unserer Mülltütensammelstelle und benutze sie genau so. Als Mülltüten. Dass die Tüten dabei manchmal nicht genau zum Müllbehälter passen – klar. Das stört keinen großen Geist.

    Die Tüten wären sowieso im Müll gelandet und so dienen sie zumindest nochmal einem zweiten Zweck.

    Der Trick bei den Toilettenpapiertüten ist, sie an der Längsseite aufzuschneiden. So hat man eine größere Öffnung und kann sie bequem über den Mülltonnenrand drapieren.

    Auch der Biomülleimer wird betütet. Die Tüte wird dann über dem großen Biomülleimer ausgeleert und landet dann leer im Restmüll. So sparen wir uns auch die unsäglichen Bioplastik-Biomülltüten, die der Handel anbietet und die in der Kompostieranlage dann doch wieder aussortiert werden müssen. Das hatte ich schonmal erwähnt. Es gibt Papiertüten für den Biomüll. Aber auch davon halte ich nichts. Weshalb sollte man extra Tüten für den Biomüll produzieren? Irrsinn!

    Extratipp: Müllbehälter beschriften. So wissen alle Haushaltsmitglieder, was wohin gehört. Für die Nichtleser mit Farbcodierung. Hier benutzt man am besten dieselbe Codierung wie im Kindergarten, damit es nicht zu Verwirrung kommt.

    Mittelfristig möchte ich die Tüten aus unserem Haushalt fernhalten, die Müllbehälter bei Bedarf auswischen und den Biomüll in einem spülmaschinengeeigneten Gefäß sammeln. Dann landet der Müll tütenlos in der Tonne und das Gefäß wird regelmäßig von der Maschine gespült. Das klingt doch nach einem guten Plan, oder?

  • Weihnachten ohne Verpackungsmüllberge #Plastikfasten

    17.12.2018 | 20:24 | welt retten | kommentieren

    Na? Habt ihr schon alle Geschenke verpackt?

    Wir haben letztes Jahr unsere Geschenkeverpackroutine geändert und benutzen seither ausschließlich Tücher.

    Mit Tüchern lassen sich Geschenke ratzfatz verpacken. Innerhalb von einer Minute sind selbst unförmige Geschenke farbenfroh umhüllt. Ich benutze dafür bevorzugt Halstücher und Schals. Und das geht so:

    1. Tuch ausbreiten
    2. Geschenk mittig diagonal darauf platzieren
    3. Eine Ecke umschlagen

    4. Gegenüberliegede Ecke umschlagen
    5. Eventuell den Stoff etwas nach innen raffen
    6. Verbliebene Ecken verknoten
    7. Optional Geschenkanhänger einlegen und zweiten Knoten machen

    Fertig! Geschenk verpackt. Das ging schnell.

    Und nach der Bescherung nicht vergessen, das Tuch wieder einzustecken für die nächste Geschenkgelegenheit. Oder den Hals.

    Man kann natürlich auch das Tuch als Teil des Geschenks mitverschenken. Für Babygeschenke bieten sich hier Mulltücher an, für kleine Geschenke Geschirrtücher oder Taschentücher.

    Und so spart man nicht nur Berge von Verpackungsmüll sondern auch Zeit (beim Einpacken und beim nun entfallenden Entsorgen des Mülls) und Energie und Ressourcen, die für die Herstellung des Geschenkpapieres aufgewendet würden.

    Pro-Tipp: Geschenke vor dem Verschenken von der Umverpackung befreien. Die Kinder (und die Erwachsenen doch auch) wollen direkt losspielen und nicht erst noch eine halbe Stunde mit der Verpackung kämpfen. Kennt ihr diese Spielzeuge, die an ihrer Verpackung angedrahtet sind? Das sind ganz üble Besinnlichkeits-Killer. Also bitte: Alle Verdrahtungen und Folien vor dem Verschenken entfernen. Selbst wenn das Geschenk dadurch unförmig wird (Autos, Puppen etc.), habt ihr ja jetzt die ideale Verpackungsstrategie kennengelernt.

    Auf ein frustfreies Ver- und Auspacken!

  • Bestes Deo – ohne Scheiß! #Plastikfasten

    16.12.2018 | 20:36 | welt retten | kommentieren

    Wenn ihr noch ein last minute DIY Geschenk sucht, habe ich hier eine Anleitung für Euch. In nur 5 Minuten habt ihr ein handgemachtes Geschenk fertig.

    Falls ihr kein Geschenk mehr braucht, könnt ihr die Anleitung trotzdem benutzen, denn das hier könnt ihr selbt gebrauchen: Ein Deo ohne Scheiß (man könnte es auch essen), das wirklich wirkt.

    Ihr braucht dafür:
    3 TL Kokosöl
    2 TL Speisestärke
    2 TL Natron
    6 Tropfen Salbeiöl
    4 Tropfen Limettenöl

    Anleitung:

    Das Kokosöl etwas erwärmen, damit es flüssig wird. Ich stelle es dafür einfach in ein warmes Wasserbad. Es muss nicht heiß sein, denn Kokosöl verflüssigt sich schon ab 25 Grad. Im Sommer erübrigt sich das Erwärmen des Kokosöls.

    Natron und Stärke vermischen und alles zusammenrühren. Fertig.

    Ja, das war jetzt einfach, oder?

    Dann in ein kleines Schraubglas oder ähnliches Gefäß füllen. Wenn ich nur eine Portion anrühre, rühre ich direkt im Schraubglas an.

    Zum Verschenken habe ich noch ein kleines Begleitheftchen gemacht. So haben die Beschenkten direkt die Anleitung und können das Deo demnächst selbst zusammenrühren.

    Wir verwenden seit über einem Jahr nichts anderes mehr. Und es wirkt. Und zwar besser, als alles was wir bisher gekauft haben. Das Deo im Deoroller funktionierte auch, aber das Kokosöl-Deo ist einfacher anzurühren.

    Die ätherischen Öle kann man auch weglassen oder durch andere Öle ersetzen, ganz nach Belieben. Die Wirkung des Deos geht vom Natron und vom Kokosöl aus.

    Das Rezept stammt wieder von Smarticular.

  • Verpackungsfrei einkaufen beim Bäcker #Plastikfasten

    11.12.2018 | 20:16 | welt retten | kommentieren

    Jede Woche bin ich einmal beim Bäcker und gebe meine Großbestellung auf.

    Vorher sieht mein Korb so aus:

    Beim Bäcker kennen sie mich natürlich schon und ohne Probleme werden meine Beutel befüllt.

    Ich lasse die Brote direkt schneiden und so kommen sie frisch geschnitten und eingebeutelt in meinen Korb.

    Außerdem kaufe ich immer auch Brötchen, die gibt es bei unserem Bäcker ‚halbgebacken‘ und eingefroren. Alles landet dann zu Hause im Gefrierschrank. Die Brötchen lassen sich in 2 min im heißen Ofen fertig backen. So haben wir am Wochenende immer frische Brötchen zum Frühstück. Das Brot nehmen wir nach Bedarf aus dem Gefrierschrank und lassen es in unserem Brotbehälter auftauen.

    Die selbstgenähten Brotbeutel sind immer noch im Einsatz. Zusätzlich habe ich noch welche von naturtasche nachgekauft. Diese sind besonders empfehlenswert, da GOTS zertifiziert, fair produziert, sehr ordentlich genäht und bei 60 Grad waschbar. Außerdem ist der Stoff fein, so dass das Einbeuteln des Brotes oder der Brötchen keine Probleme macht.

  • Bio, regional, saisonal, verpackungsmüllfrei #plastikfasten

    19.04.2018 | 11:02 | baby a | lieblingsmädchen | welt retten | kommentieren

    So sieht mein idealer Wocheneinkauf aus: Bio, regional, saisonal und verpackungsmüllfrei.

    einkauf

    Ausnehmen muss ich die Butter, die aber immerhin nur in Pergament verpackt ist und den Gummiring um die Petersilie. Und den Kassenzettel, den ich im Laden gelassen habe.

    Ansonsten fällt bei diesem Einkauf kein Müll an, denn der Kartoffelsack, die Eierkartons und die Joghurtgläser werden zurückgebracht und wiederverwendet.

    Ansonsten schwirren in meinem Hinterkopf gerade die Begriffe ‚arglistige Täuschung‘ und ‚Sittenwidrigkeit‘ herum. Ich habe die Replik auf die Klageerwiderung von VW schon beinahe ausformuliert. Aber ich will meinem Anwalt ja auch nicht die Arbeit abnehmen. Ich bin nicht sicher, ob man aus Schriftsätzen eines laufenden Verfahren zitieren darf. Dabei juckt es mich sooo in den Fingern. Da hättet ihr was zu lachen.

    Naja. Vielleicht nach der Verhandlung. So lange müsst ihr euch noch gedulden.

    Das Lieblingsmädchen war nun etwa 4 Wochen am Stück krank und ist heute zum ersten Mal wieder im Kindergarten. Baby A war letzte Woche ebenfalls krank aber diese Woche im Kindergarten. Gestern abend klagte er dann über ‚Backenschmerzen‘. Also Schmerzen an der Innenseite der Wange. Ich konnte nichts sehen. Es meinte dann, es habe sich am Mittagessen verbrannt und seither täte es weh. Wenn es abgelenkt war, waren die Schmerzen weg. Wenn Langeweile aufkam, wand es sich auf dem Boden. Baby A ist eine kleine Dramaqueen, daher weiß ich nie so genau, wie schlimm es nun ist. Aber es hat auch in der Nacht gejammert und so habe ich beschlossen, dass es heute zu Hause bleibt. Das Lieblingsmädchen wollte daraufhin dann auch zu Hause bleiben.

    Vor dem Kindergarten traf ich eine andere Mutter, die auf die Schilderung der Symptome von Baby A sofort sagte: 6-Jahr-Molar. Gefühlt. Ja. Natürlich. Kopf -> Tischkante. Darauf wäre ich nie allein gekommen. Warum gibt es eigentlich zu so einem Kind kein Handbuch?!

    Nachdem mir das klar wurde, habe ich Baby A überzeugt, doch im Kindergarten zu bleiben. Dort gibt es heute auch ein schönes Programm, welches es hoffentlich von seinen Schmerzen ablenkt.

  • If I can fix it, you can, too! #Plastikfasten #ReparierenStattKonsumieren

    14.04.2018 | 22:50 | welt retten | kommentieren

    Erinnert ihr euch daran, wie ich die Waschmaschine repariert habe? Sie läuft und läuft und läuft… *

    wama

    Wieviel Plastik habe ich wohl gespart, indem ich die Waschmaschine nicht ersetzt, sondern repariert habe? Das Gerät selbst enthält zahllose Plastikteile. Aber auch die Verpackung mit viel Polystyrol und Folie habe ich eingespart.

    Beinahe jedes Haushaltsgerät, ob groß oder klein, wird in Polystyrol verpackt. Laut Plastikalphabet ist das eine 6. Eins, Drei, Sechs und Sieben wären besser im Laden geblieben.

    Man kann sehr viel selbst reparieren. Und dann gibt es da noch einen riesigen Gebrauchtwarenmarkt, auf dem man sich Ersatzteile oder Ersatzteilspender besorgen kann. Falls die Reparaturmaßnahme dann doch nicht fruchtet, kann man auf ebendiesem Markt auch Ersatzgeräte finden. Diese kommen dann meist ohne die unverhältnismäßige Originalverpackung. Auch das ist Plastikfasten.

    Dieses Video habe ich heute auf Youtube gefunden. Ich liebe Cassandra Aarsson!

    Und habt ihr auch direkt Lust, etwas in Euerm Haushalt zu reparieren? (Oder diesen Drang, Euch 1-7 gebrauchte Staubsaugerroboter zu kaufen? Nein? Ich schon…)

    * Bitte! Jetzt keine Assoziationen mit einem niederträchtigen, vorsätzlich betrügerischen Wolfsburger im Schafspelz.

  • Wie plastikfrei ist plastikfrei? #Plastikfasten

    12.04.2018 | 22:10 | welt retten | kommentieren

    Ostern ist vorbei aber Plastikfasten geht natürlich noch weiter. Ich habe auch noch weitere plastikfreie Alternativen gefunden, die ich Euch vorstellen möchte. Aber das Leben kommt mir dazwischen, deshalb habt noch etwas Geduld.

    Habt ihr mitbekommen, dass in den Niederlanden ein Supermarkt einen ‚plastikfreien Gang‘ eröffnet hat? Das ging vor kurzem weltweit durch die Presse und wurde wahnsinnig gehyped. Ich habe es nur am Rande wahrgenommen. Nachdem ich die Bilder von in ‚Bioplastik‘-Tüten verpacktem Getreide gesehen habe, wollte ich gar nicht mehr darüber wissen. Sowas macht mich wütend. Da wird etwas als ‚plastikfrei‘ verkauft, was gar nicht plastikfrei ist.

    Bioplastik ist Plastik ist Plastik.

    Es zersetzt sich nicht von allein (in einer akzeptablen Zeit). Es zersetzt sich nur unter bestimmten Bedingungen in einer Kompostieranlage in einem viel längeren Zeitraum, als dem normalen Biomüll Zeit gelassen wird. Und selbst das ist fraglich. Man spricht von 90%, die zerfallen. ‚Reststoffe‘ bleiben übrig. Außerdem gelangt es gar nicht erst bis in die Kompostieranlage, da es vorher – genau wie konventionelles Plastik auch – aussortiert wird. Erstens sieht man ihm seinen Ursprung nicht an und zweitens ist es für die meisten Kompostieranlagen – wegen der kurzen Laufzeiten – nicht akzeptabel. Bioplastik kann nicht die Lösung sein. Und ‚plastikfrei‘ ist das ganz sicher nicht.

    Wenn man etwas als den ersten plastikfreien Gang der Welt betiteln will, dann doch wohl eher in einem Unverpackt Laden, wie original unverpackt.

    Um es kurz zu machen: Was Lindsay sagt.

  • Bimm Bamm – spread the word #plastikfasten

    19.03.2018 | 21:28 | welt retten | kommentieren

    Letztes Jahr berichtete ich über meine Lektüre zum Thema Plastikfasten und Zero Waste.

    Der Begriff ‚Zero Waste‘ begegnete mir zum ersten Mal in meiner Ausbildung. Dabei ging es um Lebensmittelproduktion und darum, erstens keinen Müll und zweitens keine Verschwendung zu verursachen. Ganz konkret zum Beispiel: Wenn das Gemüse beim Pizzabelegen nicht auf die Pizza fällt sondern daneben, sollte es nicht direkt auf dem Boden landen, sondern auf einem darunterliegenden Förderband, so dass es wieder zu dem ursprünglichen Gemüsevorrat zurückgeführt werden kann.

    Heute verbinde ich Zero Waste nicht mehr zuerst mit TPM (Total Productive Maintenance), sondern mit dem Versuch privat (oder in welchem Rahmen auch immer) so wenig Müll zu produzieren, wie möglich und möglichst wenig Ressourcen zu verschwenden.

    Bea Johnson lebt im übrigen so:

    Jedenfalls hatte ich mir das Buch von Bea Johnson gekauft und gelesen. Mir war aber schnell klar, dass ich es nicht nochmal lesen würde. Das Buch von Olga Witt hat mir weitaus besser gefallen: Es ist strukturierter und beschreibt genau die hiesigen Gewohnheiten und unsere Infrastruktur.

    zerowastehome

    Damit das Bea-Johnson-Buch nun noch eine Verwendung findet und nicht in meinem Bücherregal versauert, wollte ich es gern unserer Bücherei spenden. (Hätte ich es in unserem Bücherregal belassen, wäre es zu Verschwendung von Regalplatz gekommen und das enthaltene Wissen hätte niemandem sonst genützt, was ebenfalls Verschwendung ist.)

    Die Mitarbeiterin an der Information meinte, sie würden normalerweise keine Buchspenden annehmen. Aber sie hat die Bibliothekarin dennoch gefragt. Und die sagte mir dann, ich solle es keinesfalls an die große Glocke hängen, da sonst alle mit ihren alten ‚Schätzen‘ ankämen. Aber das Thema sei so brandaktuell und das Interesse sei da und das Buch sei ja noch wie neu und sie danke mir recht herzlich aber psssssst…

    Falls also jemand Interesse hat: Hier kann man es sich ausleihen. Gern geschehen.

  • Ein Ozean voll Plastik #plastikfasten

    15.03.2018 | 11:04 | auf meiner leinwand | welt retten | kommentieren

    Am Montag* habe ich leider die Sendung ‚Hart aber fair‘ zum Thema Plastikmüll im Meer verpasst. Aber glücklicherweise gibt es sie ja in der Mediathek.

    Ich sag mal so: Neu war da für mich nicht viel. Außer vielleicht, dass die Folie auf der Schinkenverpackung (80 Gramm Inhalt, 30 Gramm Plastikverpackung) aus 5 Schichten besteht und diese daher mit den derzeitig eingesetzten Verfahren nicht recycelbar ist. Dennoch freue ich mich sehr darüber, dass das Thema in den Medien aufgegriffen wird. Es muss noch viel mehr verbreitet werden. Nur, wer informiert ist, kann informierte Kaufentscheidungen treffen. Nur informierte Bürger können Druck auf Handel und Politik ausüben.

    Eingeladen war Rüdiger Baunemann, der Hauptgeschäftsführer des Kunststofferzeuger-Verbands ‚Plastics Europe Deutschland‘ (dieser Verband dürfte aus dem Film Plastic Planet bekannt sein). Er hat im Grunde nichts gesagt, sondern sich symphatisch zurückhaltend gegeben. Er hat sogar zugegeben, dass der Plastikmüll ein großes Problem darstellt. Lösungsvorschläge hatte er nicht. Im Gegenteil wollte er gern die ganze Verantwortung an die Verbraucher abgeben, diese seien ja schließlich willens und in der Lage ihre Kaufentscheidungen anzupassen. Damit hat er sich schön einfach aus der Affäre gezogen.

    Außerdem saß da noch Thomas Roeb, Professor für Handelsbetriebslehre an der Hochschule Bonn Rhein Sieg. Er behauptete ständig, die Verbraucher wollten die ganzen Plastikverpackungen. Die Verbraucher würden über ihre Nachfrage den Handel dazu zwingen, kleine Verpackungseinheiten mit Plastikverpackungen bereitzustellen.

    Er hat natürlich recht, denn der Verbraucher IST derjenige, der das Geld in den Kreislauf einbringt und damit die Macht hat. Was er aber übersieht, ist, dass die Verbraucher die Tragweite Ihrer Entscheidung nicht korrekt einschätzen. Sie sind nicht ausreichend darüber informiert, welche Folgen es hat, alles Gemüse in Plastik verschweißt zu kaufen. Und dadurch, dass es in manchen Geschäften kaum unverpackte Alternativen gibt, wird den Verbrauchern das Gefühl vermittelt, es sei kein Problem.

    Außerdem drängte Herr Roeb schon früh darauf, endlich Lösungen zu diskutieren. Selbst hatte er aber keine anzubieten. Er wollte vor der Lösungsfindung doch lieber noch einige Zeit das Verbraucherverhalten studieren. Was er aber aus seinen früheren Studien schon sagen konnte, ist, dass sich voraussichtlich nur etwa 20% der Verbraucher des Problems bewusst werden. Dass nur 20% der Verbraucher sich näher informieren und auf Grund ihrer Informationen dann ihre Kaufentscheidungen treffen. Für die übrigen 80% ist das Problem zu abstrakt, es betrifft sie nicht ausreichend.

    Dirk Steffens, der Wissenschaftsjournalist, Naturfilmer und WWF-Botschafter betonte mehrfach, dass sich ja nun alle Seiten – Politik, Verbraucher, Umweltverbände und sogar die Wirtschaft – darüber einig seien, dass es hier ein großes Problem gebe. Und dass es nun endlich auch angepackt werden müsse. Daher müsse jeder Verbraucher auf Plastik so weit wie möglich verzichten aber die Politik sei natürlich auch gefragt, beispielsweise durch Steuern auf Einwegplastik. Er beharrte auf dem Verursacherprinzip, denn, ‚wer den Dreck produziert, muss ihn auch wegräumen‘.

    Robert Habeck, Vorsitzender der Grünen und Umweltminister in Schleswig-Holstein will gern Mikroplastik in Kosmetik verbieten (das ist es nämlich in Deutschland immer noch nicht, in anderen Ländern aber durchaus – was er leider vergaß zu erwähnen) und das Plastik über Steuern verteuern. Ob die Steuern nun auf die Rohwaren (beispielsweise Plastikpellets) oder auf die fertigen Verpackungen erhoben werden, ist ihm dabei egal. Auch er machte deutlich, dass nun endlich Taten folgen sollen. Er sah dabei drei Handlungsansätze: Verbote, Verteuerung und Information. Verbote für unsinniges Plastik (wie Mikroplastik in Kosmetik), Verteuerung durch Steuern und Information der Verbraucher beispielsweise durch Bilder auf den Verpackungen. Die Idee mit den Bildern war mir auch neu und ich finde sie gar nicht schlecht: Auf jede Plastikverpackung soll ein Warnhinweis gedruckt werden – ähnlich wie bei den Zigarettenverpackungen – mit dem Hinweis, wieviel Prozent der Verpackung voraussichtlich im Meer landen wird, kombiniert mit einem entsprechenden Bild. Abschreckende – Bilder – gibt – es – genug.
    Immerhin hat Habeck Baunemann die Stirn geboten und deutlich gemacht, dass es nicht ausreicht, wenn die Plastikindustrie den Verbraucher zum Hauptverantwortlichen macht.

    Die einzige Frau in der Runde war Heike Vesper, Biologin und Leiterin des Fachbereichs Meeresschutz beim WWF. Sie machte sehr eindrücklich die jetzige Situation deutlich und warnte vor den Gefahren, die vom Meeresplastik ausgehen. Sie betonte, dass alle gefragt seien, nicht nur der Verbraucher, sondern auch Wirtschaft und Politik. Und auch dass die Verbraucher derzeit schwer dazu in der Lage seien, das eigene Konsumverhalten mit dem Problem in Verbindung zu bringen. Hier fehlt es eindeutig an ausreichender Information. Außerdem wies sie darauf hin, dass es keine klaren Zuständigkeiten für die Ozeane gibt. Alle Länder bereichern sich an den Verkehrswegen auf und den Rohstoffen in und unter den Meeren, aber niemand fühlt sich für die Gesunderhaltung der Meere zuständig. Es muss eine Zusammenarbeit zwischen allen Ländern in Bezug auf die Ozeane geben.

    Ein einziges Fallballspiel einer Verbraucherin wurde aufgegriffen. Nämlich das von Heike Mommsen und ihrem achtjährigen Sohn Paul. Sie berichtete, dass sie auf Betreiben von Paul allein durch überlegte Kaufentscheidungen ihren Plastikmüll innerhalb kurzer Zeit halbieren konnte. An dieser Stelle ein High Five an Paul und Frau Mommsen!

    Man war sich in der Diskussionsrunde einig, dass solche Eigeninitiative wohl nur einer Minderheit der Verbraucher zuzutrauen sei. Allenfalls 20 bis 30% meinte der leidenschaftliche Verbraucherforscher Roeb. Robert Habeck meinte dazu: ‚Wir brauchen nicht bessere Menschen, wir brauchen bessere Politik‘.

    Ich hätte mir gewünscht, dass man Frau Mommsen bei einem Einkauf begleitet hätte. Dann hätten die Zuschauer konkret sehen können, wie ein plastikreduzierter Einkauf aussehen kann und wie einfach es im Grunde ist. So blieb das Fallbeispiel etwas abstrakt und wurde von den Anwesenden auch noch kleingeredet.

    Insgesamt kam in der Sendung kaum eine echte Diskussion auf. Man war sich über das Problem einig und auch darüber, dass gehandelt werden müsse. Aber konkrete Ansätze wurden nicht ausgearbeitet. Auch Beispiele aus anderen Ländern fehlten ganz.

    Wie man an Dieselskandal und Atomstromkonzernen sieht, stößt das Verursacherprinzip auf breite Widerstände in Industrie und Politik. Man kann sich also ungefähr ausrechnen, wie lange es wohl dauert, bis von dieser Seite Bewegung in die Sache kommen wird. Daher ist mein Fazit aus der ganzen etwas langatmigen und harmlosen Sendung: Selbst anfangen. Man kann keine Veränderung von anderen einfordern, wenn man nicht selbst damit anfängt. Vorbild sein. Sei Du selbst die Veränderung, die Du Dir für die Welt wünschst. Es ist machbar, es ist einfacher als man glaubt, es macht Spaß, es spart Zeit und Geld: Plastikfasten.

    *Ich war auf einer Veranstaltung mit dem Titel ‚Mehr Mut, Ihr Frauen!‘, einer Femmage an Hedwig Dohm. Und das war ebenfalls äußerst spannend. Dazu muss ich vielleicht später nochmal was schreiben.

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